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Ordo Missae
Neuübersetzung - Die gleichbleibenden Teile der hl. Messe
Von H.H. Pater Martin Ramm, FSSP
Seit dem Motu Proprio ‚Summorum
Pontificum’ Papst Benedikts XVI. vom 7. Juli 2007 ist jeder Zweifel an der
Legitimität der überlieferten Form der römischen Liturgie behoben. Jeder
katholische Priester darf sie erlernen und zelebrieren, und es ist zu hoffen,
dass bald ein hinreichend großes Angebot bestehen wird, damit sie für alle
Gläubigen in erreichbare Nähe rückt.
Die Gründe dafür, dass sie von immer mehr Menschen entdeckt und geliebt wird,
sind nicht einfach nostalgischer Natur. Vielmehr entspricht diese Form der
Liturgie
einem tiefen Bedürfnis der Seelen, einem Durst nach Spiritualität, einer Not
unserer Zeit. Ihre Stärke liegt in ihrer spirituellen Tiefe und ihrer
Transzendenz. Sie ist klar ausgerichtet auf den dreifaltigen Gott. In ihr
verbindet sich ein über Jahrhunderte gereifter authentischer Ausdruck des
katholischen Glaubens mit einem Geist tiefer Ehrfurcht. Ihre Formen sind
schlicht und klar und zeitlos schön. Geliebt wird sie nicht nur wegen ihres
Alters, sondern gerade auch wegen ihrer Jugend.
Obgleich sie durchaus recht anspruchsvoll ist, beschränkt sich die Begeisterung
für ihre Strahlkraft nicht auf eine kleine Elite. Der Zugang zur überlieferten
Liturgie ist nämlich nicht in erster Linie eine Frage von Intelligenz oder
sprachlichem Talent. Sie bietet gerade auch ganz einfachen Menschen eine
spirituelle Heimat und hat sich bereits seit vielen Jahren in der Kinder-,
Jugend- und Familienarbeit allerbestens bewährt, was allerdings nicht heißen
soll, dass sie akademisch und künstlerisch Gebildeten weniger zu sagen hätte.
Manchmal hört man die Auffassung, in den Zeiten vor dem letzten Konzil habe es
vielen Gläubigen an Verständnis und innerem Zugang zur Liturgie gefehlt. Wie dem
auch sei: Auf jeden Fall wird man fragen dürfen, ob dies denn heute besser
geworden ist. Damals wie heute kann die Lösung nicht in einer Banalisierung der
Liturgie bestehen, indem man versucht, sie auf ein allgemeinverständliches
Niveau herabzudrücken. Vielmehr sind wir der Meinung, dass auch der moderne
Mensch liturgiefähig ist. Freilich braucht jeder organische Wachstumsprozess
seine Zeit und deshalb immer auch ein klein wenig Geduld. Aber es ist möglich,
selbst Kinder zu einer bewussten und tiefen actuosa participatio am katholischen
Gottesdienst nach überliefertem Ritus zu führen.
Wie sich die weltliche Bildungspolitik nach manchen Irrwegen mit vielen faulen
Früchten auseinandersetzen muss und um Kurskorrekturen ringt, so muss es das
ureigenste
Anliegen der Kirche sein, dem offenbaren Bildungsnotstand im religiösen und
moralischen Bereich entgegenzutreten.
Das Anliegen dieses Büchleins ist es, einen Beitrag zur Wiederentdeckung der
außerordentlichen Form der römischen Liturgie zu leisten. Es soll zur Vertiefung
dienen
und helfen, sich mit ihren Texten und ihren Formen vertraut zu machen. Dazu
haben wir die Messordnung (ORDO MISSAE) neu übersetzt und uns ganz bewusst
bemüht, viel näher am lateinischen Original zu sein, als dies bei vielen bisher
gebräuchlichen Übersetzungen der Fall war.
Selbstverständlich ist diese Übersetzung nur zum privaten Gebrauch der
Gläubigen. In der Liturgie gelten einzig die offiziellen lateinischen Texte.
Mein großer Dank gilt allen, die bei der Entstehung dieses Büchleins mit Rat und
Tat mitgeholfen haben. Möge es viele gute Früchte tragen!
(Das Büchlein erscheint mit
kirchlicher Druckerlaubnis.)
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